Mit der BQ hast du fünf Fächer einzeln abgearbeitet. Die Handlungsspezifischen Qualifikationen, kurz HQ, funktionieren anders: Du bekommst einen Betrieb, eine Anlage, einen Auftrag beschrieben und sollst darin handeln. Du rechnest eine Antriebsleistung aus, bewertest danach die Kosten einer Umrüstung und planst am Ende die Unterweisung deiner Leute – oft in derselben Aufgabe.
Hier geht es um die Frage, die dich vor der Prüfung am meisten beschäftigt: Was kommt in der HQ Metall eigentlich dran, und wie teilst du deine Lernzeit sinnvoll ein? Dafür haben wir alle 1.093 Teilaufgaben aus 430 Prüfungsaufgaben ausgewertet, die wir für die Fachrichtung Metall aufbereitet haben – aus allen 22 Prüfungsterminen von Frühjahr 2015 bis Herbst 2025.
Die rechtlichen Grundlagen, alle neun Qualifikationsschwerpunkte und eine Gesamtübersicht der Inhaltsbereiche findest du auf unserer Seite zur HQ-Prüfung Metall. Hier gehen wir eine Ebene tiefer: in die einzelnen Situationsaufgaben.
Beim Industriemeister Metall gibt es im Handlungsbereich Technik kein Technik I und Technik II. Betriebstechnik, Fertigungstechnik und Montagetechnik stecken gemeinsam in einer Technikaufgabe. Die HQ besteht aus drei Prüfungsleistungen:
Jede schriftliche Situationsaufgabe dauert laut Verordnung mindestens vier Stunden, beide zusammen höchstens zehn Stunden. Das Fachgespräch dauert 45 bis 60 Minuten. In der Praxis vieler IHKs bekommst du die Aufgabe am Prüfungstag, bereitest dich etwa 30 Minuten vor, präsentierst bis zu 15 Minuten und führst danach das Gespräch – die Einzelheiten stehen in der Einladung deiner IHK.
Die schriftlichen Termine sind bundesweit einheitlich, werden aber nicht von jeder IHK angeboten:
Einen Countdown zum nächsten Termin findest du auf der HQ-Startseite unter Prüfungstermine.
Keine Situationsaufgabe ist eine reine Fachaufgabe. Als Richtwert der DIHK entfallen in der Technikaufgabe etwa 60 Punkte auf Technik und je etwa 20 Punkte auf Organisation sowie auf Führung und Personal. In der Organisationsaufgabe ist es umgekehrt. Die Verordnung selbst legt nur fest, dass jede Aufgabe einen Kern hat und die übrigen Inhalte integrativ dazukommen.
Wir haben jede der 483 Teilaufgaben aus den Technikaufgaben einem Inhaltsbereich zugeordnet. Das Ergebnis bestätigt den Richtwert – mit einer Überraschung:
Gemessen an den Punkten ist es ähnlich: Rund die Hälfte der Punkte in der Technikaufgabe gibt es für technische Inhalte, die andere Hälfte für Kosten, Planung, Arbeitsschutz und Führung. Personalführung taucht in den Technikaufgaben von 20 der 22 Prüfungstermine auf.
Die Verordnung nennt keine Themenliste. Wenn man aber auszählt, in wie vielen der 22 Prüfungstermine mindestens eine Aufgabe zu einem Thema vorkam, zeigt sich ein klares Muster:
Dazu kommen wechselnde Schwerpunkte aus Umformen und Trennen, Fügen, Robotik und Automatisierung, additiver Fertigung und Energieeffizienz. Die FMEA ist in der Technikaufgabe fünfmal vorgekommen und in der Organisationsaufgabe weitere Male – sie gehört in jeden Lernplan.
Die Rechenteile in Technik folgen wenigen Grundmustern. Wer diese ohne Nachdenken aufstellen kann, gewinnt in der Prüfung Zeit für die Begründungen:
Einheiten sind in der HQ die häufigste Fehlerquelle bei Rechenteilen: vc in m/min, Leistung in W – der Faktor 60 fehlt schnell. Schreib die Einheiten in jeder Zeile mit. Die Formeln aus der BQ findest du gesammelt in unserer Formelsammlung.
In den 610 Teilaufgaben der Organisationsaufgaben ist der Kern noch deutlicher:
Mehr als jede dritte Teilaufgabe der Organisationsaufgabe ist also Kostenrechnung. Die Organisations-Inhalte machen zusammen gut zwei Drittel aus – sehr nah am Richtwert von 60 Punkten.
Der Maschinenstundensatz ist das Thema mit der höchsten Trefferquote: Er kam – in Technik oder Organisation – in 10 der 22 Prüfungstermine vor. Dazu kommen regelmäßig Zuschlagskalkulation und Betriebsabrechnungsbogen, Kostenvergleichsrechnung mit kritischer Menge, Amortisation und Rentabilität, Plankostenrechnung mit Abweichungsanalyse sowie Deckungsbeitrag und Gewinnschwelle.
Die Rechenschemata kennst du aus der BQ. Wer sie auffrischen will, findet sie auf unserer Seite zur BWH-Prüfung. Neu in der HQ ist die Einbettung: Du rechnest nicht nur, sondern musst aus dem Ergebnis eine Entscheidung ableiten und begründen.
Im zweiten großen Block geht es um Kapazitäts- und Terminplanung, Netzpläne, Reihenfolgeplanung nach Prioritätsregeln, ABC- und XYZ-Analysen, optimale Bestellmenge, Kanban und Zeitwirtschaft mit Auftragszeit und Zeitgrad. Im Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz wiederholen sich Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Lagerung von Gefahrstoffen und das richtige Vorgehen nach einem Unfall.
Wie diese Schwerpunkte in beiden Fachrichtungen aufgebaut sind, beschreibt unsere Seite zum Handlungsbereich Organisation.
Führung und Personal ist der Kern des Fachgesprächs, steckt aber zusätzlich mit gut einem Fünftel der Teilaufgaben in beiden schriftlichen Aufgaben. Typisch sind Mitarbeitergespräche, Delegation, Konflikte im Team, Einarbeitung und Qualifizierungsbedarf, Personalbedarfsrechnung sowie Qualitätswerkzeuge und KVP.
Diese Teilaufgaben sind selten schwer, aber leicht zu verschenken. Wer hier nur allgemein antwortet („Ich führe ein Gespräch mit dem Mitarbeiter“), bekommt wenig. Punkte bringt eine Antwort, die auf die Situation eingeht: Wer ist beteiligt, was ist das Ziel, in welchen Schritten gehst du vor, wie prüfst du das Ergebnis?
Wer beide Fachrichtungen vergleicht, stößt auf drei Unterschiede:
Alles zur anderen Fachrichtung findest du auf der Seite zur HQ-Prüfung Elektrotechnik.
Nur Technik lernen, weil man aus der Metallbranche kommt. In der Technikaufgabe hängt etwa die Hälfte der Punkte an Kosten, Planung, Arbeitsschutz und Führung – und die Organisationsaufgabe ist zu zwei Dritteln Organisation.
Bearbeite je eine vollständige Situationsaufgabe Technik und Organisation aus einem aktuellen Jahrgang, ohne Unterlagen außer den erlaubten Hilfsmitteln. Notiere danach, wo du Punkte verloren hast: Rechenweg, Fachwissen, Begründung oder Zeit. Diese Liste ist dein Lernplan für die nächsten Wochen.
Arbeite die häufigsten Themen gezielt ab: in Technik Zerspanungsrechnung, Hydraulik und Pneumatik, Werkstoff und Wärmebehandlung, Montage und Inbetriebnahme; in Organisation Maschinenstundensatz, Zuschlagskalkulation, Kostenvergleich, Kapazitätsplanung und Gefährdungsbeurteilung. Übe dabei Teilaufgaben aus mehreren Jahrgängen, damit du das Muster erkennst und nicht die einzelne Aufgabe auswendig lernst.
Jetzt zählt Ausdauer. Bearbeite pro Woche mindestens eine komplette Technik- und eine Organisationsaufgabe unter Prüfungsbedingungen: vier Stunden, Stift, Taschenrechner, zugelassene Tabellenbücher. Schreib jede Antwort vollständig aus, auch die Führungsteile.
Lies zuerst die ganze Situationsbeschreibung, markiere alle Zahlenwerte und überfliege dann die Teilaufgaben. Verteile die Zeit grob nach Punkten und beginne mit den Teilen, die du sicher kannst. So sammelst du früh Punkte und kommst nicht unter Druck.
Keine neuen Themen mehr. Geh deine Fehlerliste durch, rechne die Standardaufgaben noch einmal und kläre das Organisatorische: Welche Hilfsmittel sind nach der DIHK-Hilfsmittelliste erlaubt? Die aktuelle Fassung bekommst du bei deiner IHK. Denk auch an den AEVO-Nachweis: Er muss vor Beginn der letzten Prüfungsleistung vorliegen.
Bestanden hast du die HQ, wenn du in jeder der drei Prüfungsleistungen mindestens „ausreichend“ erreichst, also mindestens 50 Punkte. Eine gute Note in einer Aufgabe gleicht eine schwache in einer anderen nicht aus.
Eine mündliche Ergänzungsprüfung gibt es nur, wenn höchstens eine schriftliche Situationsaufgabe mangelhaft ist und keine ungenügend. Sie dauert höchstens 20 Minuten, die schriftliche Leistung zählt dabei doppelt. Jeder nicht bestandene Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden; bestandene Leistungen lassen sich anrechnen, wenn du dich innerhalb von zwei Jahren erneut anmeldest.
Für die Zulassung zur HQ musst du die BQ abgelegt haben und ein weiteres Jahr Berufspraxis nachweisen. Die bestandene BQ darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Nachlesen kannst du alles in der Prüfungsverordnung Industriemeister Metall (IndMetMeistV). Wie die HQ allgemein aufgebaut ist, erklärt unser Artikel Industriemeister HQ: Ablauf und Situationsaufgaben.
Alle 1.093 Teilaufgaben – 483 aus Technik, 610 aus Organisation – stehen in der App mit Lösungsweg zur Verfügung. Bei Rechenaufgaben gleicht die App Zahl und Einheit mit der Musterlösung ab, bei Freitextaufgaben schreibst du deine Antwort frei und vergleichst sie mit den Kernpunkten der Musterlösung. Im Prüfungsmodus bearbeitest du eine ganze Situationsaufgabe eines Jahrgangs und siehst am Ende deinen Punktestand auf der 100-Punkte-Skala. Ein Zeitlimit gibt es dort nicht – die vier Stunden stellst du dir selbst.
Du kannst 12 Prüfungsaufgaben aus Frühjahr 2025 kostenlos und ohne Anmeldung testen. Für alle Jahrgänge gibt es das Paket HQ Metall für 19,99 € im Monat oder BQ + HQ Metall für 29,99 € im Monat, monatlich kündbar. Alle Pakete im Vergleich findest du unter Preise und Pakete.
Nach Teilaufgaben ist es das betriebliche Kostenwesen, vor allem in der Organisationsaufgabe. Das Einzelthema mit der höchsten Trefferquote ist der Maschinenstundensatz: In 10 von 22 Prüfungsterminen war er Teil einer Aufgabe. In Technik sind Zerspanungsrechnung und Fluidtechnik die Dauerbrenner.
Nein. Das gibt es nur bei Elektrotechnik. Bei Metall bearbeitest du eine Situationsaufgabe mit Schwerpunkt Technik, in der Betriebs-, Fertigungs- und Montagetechnik zusammen vorkommen.
Für das Verständnis hilft es sehr. Punkte gibt es aber für vollständige Rechenwege und begründete Entscheidungen, und rund die Hälfte der Technikaufgabe fragt nach Kosten, Planung, Arbeitsschutz und Führung. Das musst du gezielt üben.
Das hängt von deinem Stand nach der BQ ab. Die letzten acht Wochen solltest du aber für gezieltes Üben mit Situationsaufgaben einplanen – inhaltliche Lücken schließt du besser vorher, im Lehrgang oder mit der Fachliteratur.
Die HQ Metall ist berechenbarer, als sie auf den ersten Blick wirkt. Einige Themen kommen fast jedes Mal: Zerspanungsrechnung, Hydraulik und Pneumatik, Werkstoffwahl, Maschinenstundensatz und Kalkulation, Gefährdungsbeurteilung. Wer diese sicher beherrscht, hat ein stabiles Fundament.
Der größere Hebel sind die Punkte außerhalb des eigenen Fachs. Wer Kosten, Planung und Führung genauso ernst nimmt wie die Technik und ganze Situationsaufgaben unter Zeitdruck ausformuliert, geht gut vorbereitet in die Prüfung.
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